Die Metro von Quito

Quito hat eine Metro. Was sich für viele andere Städte ganz normal anhört, war für Quito ein jahrelanges Bauprojekt, verzögert durch die schwierige geologische Situation und archäologische Funde im Bereich der Altstadt von Quito. Seit 1.12.2023 ist die Metro offiziell in Betrieb. Sie stellt eine bedeutende Entwicklung für den öffentlichen Nahverkehr in der ecuadorianischen Hauptstadt dar.

Die Notwendigkeit eines zusätzlichen Transportmittels

Bereits bei den Bürgermeisterwahlen 2009 war der öffentliche Nahverkehr, der mit kontinuierlich steigenden Nutzerzahlen zu kämpfen hatte, ein wichtiges Thema. Unter dem damals gewählten Bürgermeister Augusto Barrera wurde das Projekt Metro von Quito angestoßen, um das bestehende und am Limit operierende System von Ecovia, Trolebus und Metrobus zu entlasten und auch die Kontamination durch den immer dichter werdenden Verkehr zu reduzieren.

Zu diesem Zweck wurde ein eigener Bereich im öffentlichen Transportunternehmen eingerichtet.

Rolltreppen im Inneren einer Metrostation

Fast 20 Jahre Bauzeit

Die Kosten beliefen sich auf ca. 2009 Mio USD . Für die Finanzierung wurden verschiedene Kredite, z.B bei der Weltbank, der Banco del Estado und der BNDES de Brasil aufgenommen. Der Bau der Metro erfolgte in zwei Etappen. Im Januar 2013 wurde mit dem Bau der Endstationen El Labrador und La Magdalena (Quitumbe) begonnen. Erst drei Jahre später startete die Konstruktion des Tunnels sowie der anderen Stationen und sonstigen Einrichtungen. Der Tunnel verläuft in einer Tiefe von 8.26 – 22.92 m. Die ganze Anlage sind so konstruiert, dass sie Erdbeben bis 7,8 Stärke standhält. Die 18 Züge der Metro wurden in Spanien hergestellt und per Schiff nach Ecuador gebracht. Kontroversen gab es während der Tunnelarbeiten unter dem Historischen Zentrum von Quito. Bei den Arbeiten wurden mehrere historische Konstruktionen gefunden, die aus der Zeit der Inka oder der Kolonialzeit stammen könnten. Eine Bürgerinitiative forderte daraufhin den Stopp der Bauarbeiten, bis eine Stellungnahme des Nationalen Instituts für kulturelles Erbe vorläge. Den Schutz der Überreste übernahm danach das städtische Institut für Kulturerbe. Die Bauarbeiten wurden wieder aufgenommen aber diesmal begleitet vom Einsatz von Radargeräten, die in der Lage sind, mögliche noch nicht entdeckte archäologische Überreste in einer Tiefe von 10 und 40 Metern aufzuspüren. Die archäologischen Funde werden dauerhaft in der Metrostation San Francisco ausgestellt, so dass Fahrgäste bei ihren täglichen Fahrten mehr über die koloniale Vergangenheit der Stadt erfahren können.

Eine schnelle und umweltfreundliche Nord-Süd-Verbindung

Aufgrund der großen Nord-Südausdehnung der Stadt war es bisher immer ein langer Weg zu den interregionalen Busterminals, die jeweils im Norden bzw. im Süden der Stadt liegen. Die 22,5 km lange Strecke der Metro Quito umfasst 15 Stationen und verbindet den nördlichen Teil der Stadt (El Labrador) mit dem südlichen (Quitumbe). Die Fahrzeit über die gesamte Strecke beträgt etwa 34 Minuten, was eine erhebliche Reduzierung der bisherigen Reisezeiten darstellt. Von der Station El Labrador gibt es Anschlussbusse zum nördlichen Busterminal Carcelen.

Die Metro kann täglich bis zu 400.000 Fahrgäste befördern und trägt wesentlich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Es wird geschätzt, dass die Metro jährlich etwa 67.000 Tonnen CO2 einspart, was angesichts der bisherigen hohen Emissionen des städtischen Verkehrs von großer Bedeutung ist. Die Metro ist in das bestehende städtische Verkehrsnetz integriert. Es gibt Verbindungen zum  BRT (Bus Rapit Transit) und Trollebuslinien, was eine nahtlose Mobilität für die Einwohner ermöglicht. Darüber hinaus wurde bei der Planung der Metro besonderer Wert auf die Sicherheit und den Komfort der Fahrgäste gelegt. Es wurden sowohl Überwachungssystemen und Notfallknöpfen für die Sicherheit von Frauen als auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen bereitgestellt.

In den ersten Betriebstagen wurden bereits über 273.000 Fahrgäste befördert, was die hohe Akzeptanz und den Bedarf an dieser neuen Verkehrsinfrastruktur zeigt. Die Metro wird von vielen als ein Game Changer für die Stadt angesehen.

Meine persönliche Erfahrung mit der Metro

Bei meinem letzten Aufenthalt in Ecuador Anfang 2024 bin ich zum ersten Mal selbst mit der Metro gefahren. Ich war an der Haltestelle San Francisco eingestiegen, eine günstig gelegene Station, wenn man in der Altstadt unterwegs ist. Ich war beeindruckt von der Modernität und Sauberkeit – vor allem im Vergleich zu sonstigen innerstädtischen Haltestellen und Busstationen.

Mit 45 Cent für eine einfache Fahrt ist der Ticketpreis 10 Cent teurer als eine Fahrt mit den Stadtbussen, aber bei dem Komfort und der Reisegeschwindigkeit durchaus gerechtfertigt, wie ich finde.

Ein wenig umständlich hingegen ist noch der Ticketkauf, der entweder mit passenden Münzen an einem von zwei Automaten oder an wenigen Schaltern erfolgt, wenn man nicht passend zahlen kann. Gerade in Stoßzeiten kann dies mit langen Warteschlangen verbunden sein. Bei meinen Fahrten hatte ich jedoch meistens Glück und musste nicht lange warten.

Zugegeben, es war schon ein merkwürdiges Gefühl, in einer Erdbebenzone und umgeben von zum Teil aktiven Vulkanen unter der Erde zu fahren. Aber hier, wie in vielen anderen Situationen auch, muss man nun einmal auf die Technologie und das Wissen der Ingenieure und Konstrukteure vertrauen. Das Einzige, was ich zu bemängeln hätte, war, dass es in den Zügen selbst oft recht stickig und war. Abgesehen davon fand ich die Fahrten sehr angenehm, sauber und ich habe mich immer sicher gefühlt. Hilfreich für nicht Ortskundige ist auch, dass die nächste Haltestalle sowohl angesagt als auch angesagt wird, eine deutliche Verbesserung, verglichen mit den Stadtbussen.

Sie möchten selbst auch einmal die Erfahrung machen, mit der Metro von Quito zu fahren und die Stadt näher kennenlernen?

Ger zeigen wir Ihnen im Rahmen einer unserer Citytouren, bevor oder nachdem Sie andere Teile des Landes, zum Beispiel mit einer individuellen Rundreise erkunden.

Wollen Sie Ecuador kennenlernen? Wir bieten Ihnen Individualreisen und Gruppenreisen nach Ecuador und Galapagos an. 

DIE AUTOREN:

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Dorit Hansen

Dorit reist seit 2004 regelmäßig nach Lateinamerika und hat auch schon mehrere Jahre in Ecuador gelebt. Mehr zu Dorit...

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Xavier Arias León

Xavier ist Mitbegründer von Solecu Tours und kennt sein Heimatland Ecuador durch seine langjährige Tätigkeit im Tourismus wie seine Westentasche. Mehr zu Xavier...

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