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Ein Streifzug durch die Museen in der Innenstadt von Quito

Ein Streifzug durch die Museen in der Innenstadt von Quito

In der ecuadorianischen Hauptstadt Quito gibt es vieles zu sehen und zu erleben. In verschiedenen Blogartikeln haben wir bereits einige Sehenswürdigkeiten, vor allem in der Altstadt vorgestellt. Doch Quito hat nicht nur viele schöne Kirchen und Plätze, auch die Museen der Stadt sind interessant und einen Besuch wert. Neben dem Museo de Agua, dem Mindalae und der Casa Guayasamin, über die wir schon geschrieben haben, gibt es vor allem in der Innenstadt noch einige zu entdecken.

Centro Cultural Metropolitano (CCM)

Gegenüber einer Ecke des Plaza Grande, direkt an der Straße Garcia Moreno gelegen, befindet sich das Centro Cultural Metropolitano. Wenn man eine Pause vom Trubel der Altstadt braucht, oder sich vor Sonne oder Regen schützen will, ist dieses Gebäude ein idealer Ort. Der überdachte Innenhof verfügt über ein Restaurant und von den Seitengängen des zweistöckigen Gebäudes führen Türen zu verschiedenen und wechselnden Expositionen. Oft handelt es sich dabei um moderne Kunst, gesellschaftliche Themen, Photographie oder auf Quito bezogene Ausstellungen.

Auch die Räumlichkeiten an sich sind interessant. Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und zählt mit zu den ältesten im historischen Zentrum. Hier waren schon Universitäten, Quartelle, Konvents, Schulen und mehr untergebracht. In den Räumen wurden Seminare abgehalten, hier versammelte sich der Nationalkongress und die Mission Geodesica, die die Äquatorlinie definierte, arbeitete hier. Bis heute ist das Museum Sitz der Stadtbibliothek.

In einem begrünten Patio sind außerdem einige alte Handwerksgeräte ausgestellt.

Adresse: Gabriel García Moreno y Espejo, Quito 170130

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 9:00 – 17:30 Uhr, Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr

Eintritt: frei

Museo Alberto Mena Caamaño

Im selben Gebäude wie das CCM befindet sich das Museo Casa Alberto Mena Caamaño. Der Eingang liegt an der Straße Espejo gegenüber der Mauer des Präsidentenpalasten.

Da ich das Museum spontan besucht hatte, hatte ich moich im Vorfeld nicht damit befasst, um welche Art Museum es sich handelt. Besonders überrascht war ich dann von den lebensgroßen Wachsfiguren.

Das Museum besteht aus der Dauerausstellung „De Quito al Ecuador“, vier Räumlichkeiten mit temporären Ausstellungen und dem Auditorium Hugo Aleman.

Ein bedeutender und bekannter Teil der Dauerausstellung ist das Massaker vom 2 August 1810, das mit einigen der Wachsfiguren plastisch veranschaulicht wird. Die Sammlung des Museums umfasst 5819 Stücke, wobei der Anfang mit 600 Stücken gemacht wurde, die der Aristokrat und Philanthrop Alberto Mena Caamaño 1957 der Stadt Quito gespendet hat. Darunter waren Gemälde, Skulpturen, archäologische Stücke, Waffen und anderes. Thematisch widmet sich das Museum der Geschichte Ecuadors von der Zeit der Eroberung durch die Spanier bis zur Ausrufung der Republik Ecuador. Durch die Wachsfiguren, die verschiedenen Szenen aus der Geschichte darstellen, sind die Ausstellungen sehr anschaulich. Beeindruckend fand ich auch die vielen dicken historischen Bücher, die zum Teil aufgeschlagen unter Glas liegen.

Die erklärenden Texte sind auf Englisch und Spanisch. Pfeile markieren den Rundgang durch die einzelnen Räumlichkeiten. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.

Adresse: Calle Eugenio Espejo y Garcia Moreno, Quito 170130

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 9:00 – 17:30 Uhr, Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr

Eintritt: 1,50 $

Museo de la Ciudad. Stadtmuseum

Wenn man die Straße Garcia Moreno in Richtung Panecillo läuft, unter dem Arco de la Reina hindurch, stößt man auf der linken Seite auf den Eingang des Museo de la Ciudad (Stadtmuseum). Das Museum befindet sich in einem Gebäude, das von 1565 bis 1974 das Krankenhaus San Juan de Dios beherbergte. Es setzt sich aus der Dauerausstellung zur soziohistorischen Entwicklung Quitos und Umgebung, einer direkten Verbindung zum Boulevard 24 de Mayo, zwei Terrassen und einem Aussichtspunkt zusammen. In zahlreichen Vitrinen auf Schautafeln und mit vielen Objekten und Stücken werden in einem Teil die frühen sozialen Organisationen bis vor 3500 Jahren dargestellt und in einem anderen Teil des Museums die soziokulturellen Veränderungen von vor 3500 bis vor 500 Jahren gezeigt. Ein weiterer Bereich widmet sich der Kolonialisierung und Christianisierung und der Entwicklung bis hin zur Moderne. Alle Ausstellungsbereiche sind sehr anschaulich und mit viel Detailreichtum gestalten, dafür gibt es vergleichsweise wenig Text.

Es gibt auch eine historische Kapelle und in weiteren Räumen wird die Epoche veranschaulicht, in der das Gebäude als Krankenhaus funktionierte.

In dem hübschen Innenhof mit Springbrunnen kann man sich auf Bänken ausruhen. Von einem weiteren Innenhof gelangt man ins Untergeschoss, wo es wechselnde Ausstellungen und ein Café gibt. Von der Terrasse dieses Bereichs hat man einen herrlichen Ausblick auf den Panecillo.

Adresse: García Moreno S1-47 y Rocafuerte / Bulevar 24 de Mayo y García Moreno,

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 9:00 – 16 Uhr (letzter Einlass 15:00 Uhr)

Eintritt: Erwachsene 4 $, Kinder 2 $

Museo Numismatico. Münzkabinett

Ebenfalls an der Straße Garcia Moreno, an der Ecke zur Straße Sucre, befindet sich das Numismatische Museum – das Münzkabinett. Es wurde von der Kulturabteilung der ecuadorianischen Zentralbank gegründet und ist seit 2001 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Es zeigt die Entwicklung der Währung in Ecuador vom Tauschhandel bis hin zum aktuellen Dollar. Dabei sind in chronologischer Folge verschiedene Tauschobjekte, später Münzen und Banknoten ausgestellt. Man kann außerdem eine Sammlung von verschiedenen Gedenkmünzen und Medaillen bewundern.

Insgesamt besteht die Sammlung aus über 1000 Stücken, die in den vier besuchbaren Räumen ausgestellt sind.

Im ersten Saal geht es um den Tauschhandel, im zweiten werden verschiedene in Amerika geprägte Münzen gezeigt, die in den spanischen Herrschaftsgebieten im Umlauf waren. Im dritten Saal sind notafilische und numismatische Gegenstände ausgestellt, die den Aufbau des Nationalstaates begleitet haben. Der vierte Raum widmet sich dem Aufbau und der Tätigkeit der Zentralbank, die 1927 gegründet wurde. Eine bedeutende Sammlung von Briefmarken runden die Ausstellung ab.

Architektonisch ist das Gebäude sowohl von außen als auch von Innen interessant. Es vereint sowohl den barrocken als auch den neoklassizistischen Stil und im Inneren wurde viel Wert auf geometrischen Detailreichtum gelegt.

Vom Balkon über dem Haupteingang hat man einen guten Blick auf das bunte Treiben auf der Straße Garcia Moreno.

Adresse: Garcia Moreno y Sucre

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 9:00 – 16:00 Uhr

Eintritt: frei

Centro de Arte Contemporaneo. Museum für zeitgenössische Kunst

Am Rande des historischen Zentrums, an der Straße Montevideo im Viertel San Juan befindet sich das Centro de Arte Contemporaneo, das Museum für zeitgenössische Kunst. Es stellt einen deutlichen Gegensatz zu der vielen Sakralen Kunst im Zentrum und der historischen Architektur dort dar.

Das Gebäude wurde um 1900 als Sanatorium Rocafuerte erbaut und im Laufe seiner Geschichte für verschiedene Nutzen umgebaut. So beherbergte es das Batallon Bolivar, war Sitz des Militärkrankenhauses und Wohnort für verschiedene Familien.

Dank guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch die Stadt Quito wurde am 10. August 2009 „El Bicentario – Centro de Arte Contemporaneo de Quito“ gegründet, einem öffentlichen Raum, der der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist und verschiedenen Gemeinschaften offensteht. Das Centro de Arte Contemporáneo – CAC wurde im Juni 2011 in die Verwaltung der Fundación Museos de la Ciudad aufgenommen.

In den Räumlichkeiten werden verschiedene Kultur- und Bildungsveranstaltungen durchgeführt.

Die wechselnden Ausstellungen widmen sich meist sozialen oder gesellschaftlichen Themen.

Adresse: Montevideo y Luis Dávila, Barrio San Juan

Öffnungszeiten: Donnerstag – Sonntag von 10:30 bis 17:30 (letzter Einlass um 16:30)

Eintritt: frei

Museo Nacional del Ecuador. Nationalmuseum

Zum Schluss soll nun noch eines der wohl bedeutendsten Museen in Quito vorgestellt werden: das Nationalmuseum (MUNA-Q) in der Casa de la Cultura. Das MUNA-Q gilt als die größte Museumsinstitution des Landes, da es die größte Sammlung von Kulturgütern, eine Vielzahl von Gemälden verschiedener Künstler und Epochen sowie Keramiken und zeremonielle Figuren aus verschiedenen Epochen der ecuadorianischen Geschichte besitzt. Den Grundstock der Sammlungen des Nationalmuseums bilden die 1960 von dem Schweizer Max Konanz erworbenen Güter. Seit 1965 wurde mit dem Aufbau der Kunstsammlungen begonnen, die von Wissenschaftlern und Privatsammlern zusammengetragen wurden. Darunter sind die erstaunlichsten Werke kolonialer und republikanischer Kunst. Der Bestand umfasst 5.261 Skulpturen, Gemälde, Stiche, Möbel, Textilien, Gold- und Silberschmiedearbeiten und Schmuck, Porzellan, Glas und anderes.

Weiterhin gibt es eine Sammlung zeitgenössischer Werke von ecuadorianischen Künstlern mit etwa 800 Werken.

Die ethnografische Sammlung umfasst etwa 300 Objekte und Gegenstände des täglichen Gebrauchs sowie solche für religiöse Zwecke.

Das Museum unterteilt sich grob in vier Bereiche: zum einen die thematischen Bereiche „Politische Macht und soziale Organisation“ und „Territorium, Wirtschaft und Arbeit“ sowie den Saal für prähispanische Metallurgie, wo unter anderem die charakteristische Goldsonne ausgestellt ist, und den Saal für koloniale Kunst.

Räumlichkeiten mit temporären Ausstellungen zu verschiedensten Themen ergänzen die Dauerausstellungen.

Adresse: Av. Patria y Av. Seis de Diciembre, Edificio de la Casa de la Cultura Ecuatoriana

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9:00 – 18:00 Uhr

Eintritt: frei

Wir hoffen, Sie mit dieser kleinen Einführung zu einem Museumsbesuch in Quito inspiriert zu haben. Freilich gibt es noch eine Vielzahl weiterer, auch kleinerer Museen und Ausstellungen, die einen Besuch wert sind.

Bitte beachten Sie, dass die Öffnungszeiten pandemiebedingt oder aus anderen Gründen abweichen können. Informieren Sie sich bitte im Vorfeld über Änderungen oder fragen Sie ihren Guide oder kontaktieren Sie uns persönlich.

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DIE AUTOREN:

Dorit Hansen

Dorit Hansen

Dorit reist seit 2004 regelmäßig nach Lateinamerika und hat auch schon mehrere Jahre in Ecuador gelebt. Mehr zu Dorit...

Xavier Arias León

Xavier Arias León

Xavier ist Mitbegründer von Solecu Tours und kennt sein Heimatland Ecuador durch seine langjährige Tätigkeit im Tourismus wie seine Westentasche. Mehr zu Xavier...

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